Vom 7. bis 9. Oktober 2025 trafen sich rund 40 LEADER-Akteurinnen und -Akteure aus Deutschland, Österreich und Luxemburg zur Internationalen LEADER-Exkursion in den LEADER-Regionen Hohenlohe-Tauber (Baden-Württemberg) und Region an der Romantischen Straße (Bayern). Ziel der dreitägigen Reise war es, innovative Projekte der ländlichen Entwicklung vor Ort kennenzulernen, sich auszutauschen und Impulse für die eigene Arbeit zu gewinnen.
Die Exkursion wurde gemeinsam von der LEADER-Aktionsgruppe Regionalentwicklung Hohenlohe-Tauber e.V., der LAG Region an der Romantischen Straße, dem Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, der DVS (Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume), der Vernetzungsstelle LEADER Luxemburg und dem Zukunftsraum Land Österreich organisiert.
Tag 1: Neue Wege mit alten Wurzeln
Nach einem gemeinsamen Mittagsimbiss auf dem Derrhof in Igersheim, einer beeindruckenden Bauernhofbrauerei, die unter dem Motto „Vom Feld in die Flasche“ arbeitet, erkundeten die Teilnehmenden drei weitere Projekte: den Bürgerweinberg Igersheim, wo Ehrenamtliche Weinbau-Traditionen wiederbeleben, die Taubermühle Markelsheim, ein Beispiel für regionale Kreislaufwirtschaft, sowie die Gäste-Service-Station Tauberzell mit der angrenzenden Honig-Schleuderstraße der lokalen Imkerei.
Der erste Tag bot somit nicht nur Einblicke in funktionierende Wertschöpfungsketten, sondern auch in das Potenzial bürgerschaftlichen Engagements im ländlichen Raum.
Tag 2: Begegnung, Geschichte und Gemeinschaft
Am zweiten Tag standen soziale Projekte und Kulturangebote im Mittelpunkt. In Mulfingen beeindruckten der neugestaltete Innenhof der St. Josefspflege und das neu eröffnete Café Gsälzbär als generationenübergreifende Treffpunkte. Die Böhm Ciderwerkstatt zeigte, wie durch das LEADER-Regionalbudget neue Direktvermarktungswege für Streuobstprodukte geschaffen werden können.
Ein besonderes Highlight war der Besuch der Burg Colmberg, wo neben einem neu angelegten Erlebnis-Spielplatz auch historische und kulturelle Themen Raum fanden – etwa in der Pilger- und Radlerherberge im denkmalgeschützten Fachwerkhaus oder im Dokumentationszentrum über jüdisches Leben in Colmberg.
Am Abend führte eine Stadtführung durch Rothenburg ob der Tauber zur LEADER-geförderten Ausstellung „Der Rothenburger Weg“, die den Wiederaufbau der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg thematisiert – ein beeindruckendes Beispiel für den bewahrenden Umgang mit historischer Identität.
Tag 3: Kultur trifft Innovation
Am letzten Exkursionstag drehte sich alles um Kulturarbeit und bürgerschaftliches Engagement: Das KulturKino Feuchtwangen, eine liebevoll sanierte Spielstätte in einem alten Filmtheater, die Freilichtbühne Nixelgarten mit neuer Infrastruktur für die Kreuzgangspiele und die Fruchtpresse des Obst- und Gartenbauvereins Feuchtwangen zeigten, wie Tradition und Moderne im ländlichen Raum miteinander verbunden werden.
Zum Abschluss wurde in Vorderbreitenthann ein außergewöhnliches Beispiel für die Nutzung von leerstehenden Gebäuden vorgestellt: Das Veranstaltungscafé im alten Schulhaus, das privates Wohnen mit öffentlicher Nutzung verbindet.
Fazit
Die drei Exkursionstage boten eine Vielzahl an innovativen Projekten, persönlichen Begegnungen und fachlichen Diskussionen. Sie machten eindrucksvoll deutlich, wie vielgestaltig und wirkungsvoll LEADER-Förderung sein kann – von der Wiederbelebung historischer Orte bis zur Förderung moderner Wertschöpfungsketten und sozialer Treffpunkte.
Herzlichen Dank an alle Gastgeberinnen und Gastgeber, Organisatoren und Teilnehmenden für diesen inspirierenden Austausch!
Foto: Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume für die Gemeinsame Agrarpolitik der EU


